2006

 

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Olympos ist eine Videoarbeit, die von den Künstlerinnen im Anschluß an die Arbeit Siegerehrungen entwickelt wurde.
Olympos, als heiliger Berg der griechischen Götter, steht stellvertretend für den Ort der höheren Ankunft, das zu Hause der Heiligen, Mächtigen, Siegreichen. Sein Name wird symbolisch in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen benutzt: Sport, Politik, Kultur, Marktwirtschaft...
Alba D'Urbano und Tina Bara gehen auf die Symbiose zwischen diesen verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ein und fokussieren ihre künstlerische Idee auf die Verbindung von Kunst, Politik und Markt, in dem sie künstlerisches und sportliches Handeln auf eine Ebene bringen. In beiden Feldern geht es um den bedingungslosen Einsatz des Ausübenden und kämpferisches Verhalten, sowohl mit sich selbst, als auch mit den anderen.
Um überhaupt zu diesem Wettkampf zugelassen und antreten zu können, müssen im Vorfeld bereits bestimmte Bedingungen erfüllt sein: Talent, Förderung, Siege, Eingebundenheit in die gesellschaftlichen Systeme. Im Rampenlicht der Medien verdeckt der Erfolg der wenigen Auserwählten das Scheitern der Meisten.
Für diese Arbeit wird Alba D'Urbano, die sich seit der Arbeit Siegerehrungen 2003 von einer der fotografierten ehemaligen Siegerinnen des DDR-Schwimmsports, im Schwimmen trainieren lässt, von ihrer Kollegin Tina Bara bei folgender Übung gefilmt: Sie schwimmt so lange die Bahnen eines Schwimmbades hin und her bis ihre Kräfte aufgebraucht sind, bis zum kompletten Erschöpfungzustand.
Über diese Aktion, die ungeschnitten als laufendes Video gezeigt wird, laufen wie in einem Filmabspann die Namen der erfolgreichsten Künstler, von denen marktstrategisch in Top-Listen von Wirtschaftszeitungen die entsprechenden Plätze errechnet und zugewiesen werden. Dabei errechnet der Markt jeweils eine aktuelle Rangfolge von zeitgenössischen und historischen Positionen, die ebenso wie im Sportfeld, in eine hierarchische Rangfolge gepresst werden.
Die Arbeit thematisiert die Identifikation mit den Leitbildern der Gewinner in einer leistungs- und marktorientierten Gesellschaft und spielt ironisch auf die Absurdität dieses Wettbewerbsverhaltens an.


Präsentation (in Arbeit): Video, Installation mit zwei Monitoren / Beamer, ca. 3 h