Visconti Visconti
Standbilder aus Bellissima (Visconti) Anna Magnani und Tochter

 

Bellissima führt das Interesse von Tina Bara und Alba D'Urbano an gesellschaftlichen Prägungen des Menschen und biografischen Einschreibungen in Bezug auf ihre Körper und die sie prägende Umwelt fort. Hier fokussieren die Künstlerinnen ihre Aufmerksamkeit auf das Thema der "Schönheit" (Bellezza) und den Transfer von gesellschaftlich anerkannten Kanons und Verhaltensmustern zwischen verschiedenen Generationen.


Im Zentrum der Arbeit, die auch eine biografische Dimension aufweist, steht in Bellissima die Beziehung Mutter-Tochter. Dieser Schwerpunkt und der Titel des Projektes beziehen sich auf den gleichnamigen Film von Luchino Visconti aus dem Jahr 1951, der eines der ersten Beispiele von selbstreflektiver künstlerischer Medienkritik darstellt. Im Italien der 50er Jahre, das gerade den Krieg hinter sich gelassen hatte und in dem die Menschen noch in Armut lebten, bot sich das Kino nicht nur als „Fabrik der Träume" an , sondern als privilegierter Ort, an dem die Verbesserung des sozialen Status realisiert werden konnte. Bellissima zeigt eine Casting-Situation für einen Film, der nie realisiert wird, sowie die Hintergründe dieses Geschehens: auf dem Set konkurrieren Kinder, Mädchen, für eine bessere Zukunft... Mit diesem Subjekt untersucht Visconti die Veränderungen, welche die damalige Verbreitung des Kinos mit seinen Mythen auf sozialer Ebene und in individuellen Biographien verursachte. Er visualisiert die Normen, die der Konstruktion der mediatisierten Schönheit zugrunde liegen, wie diese schon im frühen Alter in den Massen verwurzelt werden. Er nimmt die Mechanismen des „Kinomachens" auseinander und zeigt die ideale und ethische Inkonsistenz der Medienwelt. Die Funktion der Visualisierung und des Transports von Schönheitsidealen innerhalb der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten wird heute hauptsächlich von Medien und Fernsehen erfüllt. Die Politik des mediatisierten Körpers generiert eine Tendenz zu Standardisierung von Körpermodellen und eine Normierung der Verhaltensformen.


Das sich noch im Prozess befindende Projekt beinhaltet eine Reihe von Fotos und Videos, die in verschiedenen Installationen präsentiert werden und die unterschiedliche Facetten des Themas einkreisen. Die Foto-Video-Installationen Politecnico und Schwebender Ring wurden in zwei verschiedenen Ländern realisiert, die hinsichtlich des Themas der Schönheit unterschiedliche Verhaltensnormen aufweisen.

 


 

politecnico

schwebender ring